drukowana A5
11.48
Ritter Toggenburg

Bezpłatny fragment - Ritter Toggenburg


Objętość:
5 str.
Blok tekstowy:
papier offsetowy 90 g/m2
Format:
145 × 205 mm
Okładka:
miękka
Rodzaj oprawy:
zeszytowa
ISBN:
978-83-288-0858-4

«Ritter, treue Schwesterliebe

 Widmet euch dies Herz,

Fodert keine andre Liebe,

 Denn es macht mir Schmerz.

Ruhig mag ich euch erscheinen,

 Ruhig mag ich sehn.

Eurer Augen stilles Weinen

 Kann ich nicht verstehn.»

Und er hört's mit stummem Harme,

 Reißt sich blutend los,

Preßt sie heftig in die Arme,

 Schwingt sich auf sein Roß,

Schickt zu seinen Mannen allen

 In dem Lande Schweiz,

Nach dem heilgen Grab sie wallen,

 Auf der Brust das Kreuz.

Große Taten dort geschehen

 Durch der Helden Arm,

Ihres Helmes Büsche wehen

 In der Feinde Schwarm,

Und des Toggenburgers Name

 Schreckt den Muselmann,

Doch das Herz von seinem Grame

 Nicht genesen kann.

Und ein Jahr hat er's getragen,

 Trägts nicht länger mehr,

Ruhe kann er nicht erjagen,

 Und verläßt das Heer,

Sieht ein Schiff an Joppe’s Strande

 Das die Segel bläht,

Schiffet heim zum teuren Lande,

 Wo ihr Atem weht.

Und an ihres Schlosses Pforte

 Klopft der Pilger an,

Ach! und mit dem Donnerworte

 Wird sie aufgetan:

«Die ihr suchet, trägt den Schleier,

 Ist des Himmels Braut,

Gestern war des Tages Feier

 Der sie Gott getraut.»

Da verlässet er auf immer

 Seiner Väter Schloß,

Seine Waffen sieht er nimmer,

 Noch sein treues Roß,

Von der Toggenburg hernieder

 Steigt er unbekannt,

Denn es deckt die edeln Glieder

 Härenes Gewand.

Und erbaut sich eine Hütte

 Jener Gegend nah

Wo das Kloster aus der Mitte

 Düstrer Linden sah;

Harrend von des Morgens Lichte

 Bis zu Abends Schein,

Stille Hoffnung im Gesichte,

 Saß er da allein.

Blickte nach dem Kloster drüben

 Blickte stundenlang,

Nach dem Fenster seiner Lieben,

 Bis das Fenster klang,

Bis die Liebliche sich zeigte,

 Bis das teure Bild

Sich ins Tal herunterneigte,

 Ruhig, engelmild.

Und dann legt er froh sich nieder,

 Schlief getröstet ein,

Still sich freuend, wenn es wieder

 Morgen würde sein.

Und so saß er viele Tage

 Saß viel Jahre lang,

Harrend ohne Schmerz und Klage

 Bis das Fenster klang,

Bis die Liebliche sich zeigte,

 Bis das teure Bild

Sich ins Tal herunter neigte,

 Ruhig, engelmild.

Und so saß er, eine Leiche,

 Eines Morgens da,

Nach dem Fenster noch das bleiche

 Stille Antlitz sah.

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